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180 Feuerwehrmänner und -frauen aus der ganzen Region und sogar aus der benachbarten Schweiz demonstrierten in einer eindrucksvollen Schau rasche, zielgerichtete und effiziente Hilfe bei zwei Verkehrsunfällen und zwei Bränden mit insgesamt 65 Verletzten. Unterstützt wurden sie von einem Dutzend Helfern des Roten Kreuzes mit Bereitschaftsführer Bernhard Tröndle. Der Einsatz dieser vielen Rettungskräfte war nicht minder beeindruckend als das umfangreiche technische Gerät, das eingesetzt wurde.
Mit einem Abroller beteiligten sich die Kollegen aus Zurzach an der Übung. Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 65 Stundenkilometern können damit 2000 Meter Schlauch verlegt werden, die pro Minute 8000 Liter Wasser fördern. Damit könnten insbesondere bei einem Flächen- oder Waldbrand Katastrophen größeren Ausmaßes verhindert werden.
32 Atemschutzträger aus 20 verschiedenen Trupps drangen in das vermeintlich brennende Armenhaus sowie das Anwesen der Familie Kech ein, um nach eingeschlossenen Personen zu suchen. Solche wurden über zwei Drehleitern geborgen während über eine weitere Drehleiter der Brand im Ökonomieteil des Bauernhauses mit 1600 Litern Wasser pro Minute bekämpft wurde. Kurzfristig prasselten 15 000 Liter Wasser pro Minute auf die beiden Brandobjekte. Ein Großteil davon wurde dem nahe gelegenen Schwimmbad entnommen. Feuerwehren oder Delegationen aus Löffingen, Lenzkirch, St. Blasien, Grafenhausen, Birkendorf, Wutach, Stühlingen, Küssaberg, Lauchringen sowie Waldshut und Tiengen unterstützten die Bonndorfer Wehr. Ortsgruppen aus Wellendingen und Wittlekofen halfen ebenfalls bei der Bergung von Unfallopfern aus einem beteiligten Bus. Für die gesamte Einsatzleitung waren Gesamtwehrkommandant Achim Ketterer und Bernhard Wiggert verantwortlich. Vor Ort organisierten Olaf Thor, Hans-Jörg Ketterer, Daniel Stoll und Martin Selz die jeweiligen Einsätze.
Bei den Verkehrsunfällen waren fünf Scherenspreizer im Einsatz, um sämtliche Fahrzeuginsassen zu bergen. Die Scheiben der Fahrzeuge wurden mit Spezialfolie abgeklebt, ehe man sie zertrümmerte, um bei den im Fahrzeug eingeschlossenen Personen Schnittverletzungen zu vermeiden.
Mit sogenannten Spinboards wurden Verletzte mit Verdacht auf Wirbelsäulenverletzungen geborgen. Ein spezielles Verschnürungssystem auf dieser Spezialtrage hält den Patienten stabil und ruhig. Während der erste Unfall eine blitzschnelle Crashrettung erforderte, konnten die Retter und Feuerwehrarzt Winfried Gromann sich beim zweiten etwas mehr Zeit lassen, da an dieser Stelle keine Gefahr in Verzug war. Infolgedessen wurde hier eine patientengerechte Bergung demonstriert.
Beeinträchtigt wurde die Übung durch den außergewöhnlich starken Verkehr in der Schwimmbad- und Schlossstraße, der aufgrund der Straßenbauarbeiten an der B 315 hierher umgeleitet wurde.
Kommandant Achim Ketterer lobte abschließend ausdrücklich die hervorragende Wasserversorgung in Bonndorf und vor allen Dingen die unkomplizierte, großzügige Unterstützung der Stadt Bonndorf für eine optimale technische Ausrüstung und entsprechende Weiterbildungen der Feuerwehr. Allein in den zurück liegenden drei Jahren besuchten Bonndorfer Wehrmänner 240 Lehrgänge auf Kreisebene uns 80 weitere auf Landesebene. Das Durchschnittsalter der 62 Aktiven sank in der zurückliegenden Zeit um fast 20 Jahre.
Dass etliche Gastwehren wie selbstverständlich bei der Chilbiprobe mitwirken freut den Kommandanten freilich ganz besonders. Dieses Zusammenwirken vieler Feuerwehren hat sich inzwischen beinahe zu einem Selbstläufer entwickelt. Entsprechend lange war denn auch der Tross von Stadtmusik, Feuerwehren und DRK, die traditionell in einem Umzug vom Feuerwehrhaus zur Innenstadt marschierten.
Nicht vergessen sollte man angesichts dieser gigantischen Schau indes, dass der Alltag für Rettungskräfte in aller Regel ganz und gar kein spektakuläres Abenteuer darstellt, sondern gerade bei Verkehrsunfällen vielmehr mit hohen psychischen und physischen Belastungen einhergeht.
Quelle: Badische Zeitung 20.10.2009 http://www.badische-zeitung.de/bonndorf/rasche-hilfe-bei-unfaellen-und-feuer
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